Sicherlich bist Du erstaunt, so schnell wieder von mir zu lesen! Im Geiste höre ich Dich schnaufen: „Oh nein, nicht schon wieder eine Liste!“ 😀 Keine Bange: Mich treibt schlicht und einfach die Weihnachtsvorfreude, und diese möchte ich mit Dir teilen, denn Deine Zeit ist es wert, sie jetzt besinnlich und stressfrei zu gestalten.
Neben dem selbst gebastelten Adventskranz suche ich gerade nach Rezepten für leckere Plätzchen und Stollen. Mein Wintertee ist auch gleich fertig und der herrliche Duft von Zimt, Vanille, Anis und Kardamom steigt mir bereits in die Nase. Nur einmal im Jahr fühlt es sich so gemütlich an wie zur Weihnachtszeit, kuschelig und warm zu Hause, während der Garten und die Wälder ihre winterliche Ruhe halten.
Die Weihnachtsdekorationen voller Erinnerungen haben ihre alljährlichen Stammplätze bereits eingenommen. In nur wenigen Stunden dunkelt es unter den dichten Wolken und Lichterketten erstrahlen entlang der Straße an Büschen, Bäumen und Hausfassaden.
In Gedanken bin ich bei den lichtreichen Weihnachtsmärkten und wiege mich beschwingt zur besinnlichen und zugleich feierlichen Musik im Hintergrund. Ja, jetzt will ich mich den schönen und friedlichen Dingen widmen.
Der weihnachtliche Stresstest zum Jahresendspurt etwa?
Vielleicht geht Dir viel eher durch den Kopf, was Du noch alles putzen, einkaufen oder organisieren musst, um das Weihnachtsfest überhaupt zustande zu bringen und um das neue Jahr möglichst ballastfrei zu erreichen. Du willst nichts vergessen und möglichst alles im Blick behalten. Von wegen Friede, Freude, Eierkuchen!
Zugegeben, mir ging es viele Jahre lang genau so. Jedes Jahr steuern die Adventswochen unweigerlich ihrem Höhepunkt an Heiligabend entgegen und als Gastgeberin will ich natürlich perfekt sein! Aber weißt Du was? Desto mehr ich mich damit unter Druck setze, umso mehr darf ich mit Missgeschicken an besagtem Abend rechnen.
In einem Jahr brachte ich eine nicht ganz durchgebratene Weihnachtspute auf den Tisch. Als mein Mann das bemerkte, tranchierte er kurzerhand das arme Tier und schob es erneut in den Ofen. Es war schon recht spät am Abend. Meine Gäste hatten lange gewartet, saßen mit grummelnden, hungrigen Mägen am Tisch und vor ihren Augen türmten sich zusehends die vielen leckeren Beilagen. Nachdem mein Mann unseren Gästen schon zweimal das Weinglas nachgefüllt hatte, war die Pute dann endlich soweit.
Jetzt kannst Du Dir sicher die Entgeisterung in den Gesichtern meiner Gäste vorstellen, als mein Mann die abgekühlten Beilagen wieder vom Tisch nahm, um sie ihrerseits noch einmal kurz aufzuwärmen. Himmel, war das peinlich!
Trotzdem war es ein wunderschöner Abend und vielleicht gerade deswegen: Er war chaotisch, aber lustig.
Ich glaube, seit diesem Abend sehen so manche unserer Gäste dem Weihnachtsfest viel gelassener entgegen. Denn oft projizieren wir unsere hohen Erwartungen an uns selbst auf unsere Gäste, die sich aber in Wahrheit nur einen ungezwungenen Abend im Kreise ihrer Familie wünschen.
Ein besinnliches Weihnachten ist möglich!
Damit Du Deine Weihnachtszeit etwas mehr genießen kannst als sonst, habe ich ein paar Anregungen für Dich, die mir sehr geholfen haben.
Beginne schon Deine Weihnachtszeit mit einem Vorsatz!
Vorsätze, die Du fürs neue Jahr schmiedest, vergisst Du meist schon nach wenigen Wochen und Monaten. Du steckst dann wieder in Deinem Arbeitsalltag und denkst vielleicht höchstens daran, dass Du diesmal schon während des Jahres Geschenke sammeln solltest.
Einen festen Vorsatz aber, den Du für die Zeit fasst, in der sowieso alles anders läuft, hat mehr Erfolg! Wie wäre es damit, die schöne Adventszeit zu zelebrieren und Dir zwischendurch Auszeiten zu gönnen, zum Beispiel mit einer Tasse Kaffee und Plätzchen, inklusive Träumerei?
Den Stress schaffen wir uns selbst, also lasse Dich nicht beirren!
Gib Deine nörgelnden Gedanken an die To-Do-Liste ab!
Erstelle Dir eine kleine To-Do-Liste und schreibe einmal alles auf, was Dir so durch den Kopf schwirrt: Welche Arbeiten sollen noch erledigt werden? Was wird eingekauft? Welche lieben Menschen kommen zu Besuch und worauf musst Du achten? Vegetarier? Kinder? Was soll an persönlichen und beruflichen Projekten möglichst noch vor Weihnachten einen Abschluss finden?
Auf meiner Liste steht unter anderem:
- stimmungsvolle Weihnachtsmusik, die mich die ganzen Adventstage über begleitet
- Weihnachtsdekoration, genug für einen Tapetenwechsel
- Einladungen schreiben, bei einer Tasse Tee
- Friseurtermin, gut unterhalten durch die Friseurin
- genügend Kerzen und Batterien
- aufgeladene Akkus und Fotoapparat, den ich schon zwischendurch einsetze
- einen schönen neuen Pullover stricken, kuschelig und warm
- Cellchen baden und bürsten, damit auch sie sich zu Weihnachten pudelwohl fühlt
- Taxi für die Gäste bestellen, damit es feuchtfröhlich werden darf
- den Braten beim Metzger des Vertrauens bestellen
- Festtagsmenü planen, wobei mir schon das Wasser im Mund zusammenläuft
- Lebensmittel und Getränke shoppen gehen
Sicherlich hast Du noch andere Dinge, die Du Deiner To-Do-Liste hinzufügen willst.
Vielleicht bist Du ja auch bei Deiner Familie eingeladen? Wunderbar, dann darfst Du den Abend genießen und direkt ein paar dicke Punkte von Deiner Liste streichen! 😀
Fange rechtzeitig an, die restlichen Punkte abzuhaken. Diese wird dann immer kürzer und Du gelassener!
Verwandle Deine Rückschläge in Weihnachtsgeschichten!
Lass Dir Deine gute Laune nicht verderben. Gerade wenn Du Dich auf etwas Besonderes freust und innerlich jubilierst, braucht es oft nur einen kleinen Rückschlag, um Dich Deiner guten Stimmung wieder zu berauben. Und vielleicht hast Du ein so gutes Gedächtnis, dass Du diesen kleinen Rückschlag nicht so schnell wieder vergisst …
Apropos Rückschläge! Vor ein paar Tagen hat mein Mann im Straßenverkehr Pech gehabt: Er stand an der Kreuzung und dachte sich nichts Böses. Als die Ampel grün wurde und er Gas geben wollte, krachte es laut und das Auto bewegte sich nicht vom Fleck. Die Antriebswelle war gebrochen. Unter ungeduldigem Gehupe halfen ihm schließlich zwei beherzte Männer, das Auto auf einen nahegelegenen Parkplatz zu schieben. Die Reparatur wird ein paar Tage dauern, sodass mein Mann seine Termine verschieben muss. Nur eine Woche zuvor musste zudem der ganze Auspuff meines kleinen „Roten“ erneuert werden.
Wie Du siehst, passieren uns immer wieder unvorhergesehene Pannen, die uns zunächst überrumpeln, doch schlussendlich nur halb so wild sind.
In solchen Situationen hilft es, tief durchzuatmen. Konzentriere Dich auf Deinen Atem: Atme langsam 4-mal tief ein und aus, halte die Luft an, zähle bis 4, und atme dann wieder 4-mal ein und aus. Das kannst Du so oft wiederholen, wie Du willst. So beginne ich dann meistens auch meine Meditation.
Weniger Stress bis zum Weihnachtsfest
Auch haben meine Familie und ich dieses Jahr entschieden, Weihnachten ein wenig anders zu feiern. Lass mich Dir kurz davon erzählen.
Da ich gerne in der Natur bin, mag ich alles Lebendige und Natürliche, darunter den würzigen Tannenduft. Deshalb gingen wir für viele Jahre auf die Suche nach einer schönen Nordmanntanne als Christbaum.
Im letzten Jahr hatten wir uns dann entschieden, einen unechten Baum aufzustellen. Dadurch haben wir jetzt nicht mehr die Qual der Wahl, den perfekten Tannenbaum zu finden und diesen danach mühselig zu transportieren. Für uns muss jetzt also kein Baum mehr „sterben“. Dekoriert sieht unser Baum sogar so aus wie echt. Für den Duft sorgen stattdessen Kerzen, Gebäck und Räucherwerk.
Auch für das „Was-Schenken-Wir-Wem“ haben wir in meiner Familie eine Lösung gefunden: Wir schenken nichts. Jawoll! Jedes Jahr haben wir uns darüber den Kopf zerbrochen, denn es wird immer schwieriger, etwas Passendes zu finden. Zudem sind unsere Kinder schon erwachsen und quälen sich mittlerweile mit derselben Frage herum.
Wir haben uns schon so Vieles geschenkt. Irgendwann sind wir dazu übergegangen, frühzeitig Wunschlisten auszutauschen, doch seien wir ehrlich: Wenn wir etwas (sofort) brauchen oder wollen, kaufen wir es uns. Und Nippes und Dekorationen haben wir schon lange aussortiert. 😀
Wenn wir übers Jahr auf etwas wirklich Schönes und Nützliches stoßen, dürfen wir unsere Familie auch mal überraschen – einfach so, aus Freude, ganz ohne Anlass.
Erinnern wir uns, warum wir Weihnachten feiern
An Weihnachten geht es schließlich nicht um Geschenke. Das haben wir viel zu schnell vergessen, sobald wir in Supermärkten an den ersten Gebäck- und Schokoladen-Ständen vorbeilaufen und auf den Straßen die ersten Lichterketten bemerken.
Es geht um uns Menschen. Um Dich und mich, um unsere Liebsten und Nächsten, und vor allem anderen um Jesus Christus.
Jesus ist an Heiligabend das Geburtstagskind und gleichzeitig ein göttliches „Geschenk“ an uns. Was für ein Wunder ist es, dass der Sohn Gottes als Mensch geboren wurde, unter uns lebte und uns das Reich Gottes verkündete.
Diesen Geburtstag sollten wir gemeinsam mit unseren Familien feiern – diese eine geweihte Nacht, miteinander und ohne den ganzen Weihnachtsstress-Unsinn.
Ich wünsche Dir eine schaffensfrohe, besinnliche und wundervolle Adventszeit sowie gesegnete, friedvolle und lichtreiche Weihnachtstage im Kreise Deiner Lieben!
Du bist frei, Deine Weihnachtszeit gelassen oder im Stress zu erleben.
Stimmt alles, was du schreibst, aber wenn denn dann die kleinen Rückschläge kommen, ist das richtige/beruhigende Atmen oft vergessen, weil man von der Situation einfach überrumpelt wurde. Hinterher ist man dann immer schlauer… 🙂 Und mal ganz ehrlich: Wer will nur mit perfekten Menschen zu tun haben, wo alles immer glatt läuft? Das ist doch irgendwie auch langweilig, oder? Wir sind immer viel zu streng mit uns selbst, wobei wir bei anderen nie so hohe Maßstäbe anlegen. Verrückt, nicht? Frohe und gemütliche Weihnachten für alle!
Hallo Gordana,
da gebe ich dir recht. Diese kleinen Rückschläge sind so hinterhältig das sie ohne jegliche Vorwarnung aus heiterem Himmel angreifen und uns auch noch aus der Fassung bringen. Jedoch freue ich mich wenn mir bewusst wird, das ich panikartig und somit falsch gehandelt habe. Das ist die Gelegenheit es bei der nächsten Krise besser zu machen. Übung macht schließlich den Meister. Bei Bedarf atmet man dann immer öfter zuerst tief durch und man wird gelassener. Bis vor noch ungefähr 3 Jahren konnte ich fuchsig werden wenn mir beim Haare bürsten die Bürste aus der Hand flutschte. Ärgerlich dachte ich: „Wenn du lieber am Boden liegst“… Zusätzlich bekam sie noch einen Tritt, der sie unter den Waschtisch beförderte. Wer hatte nun den Schaden? Der Bürste war es herzlich egal. Ich jedoch durfte schimpfend auf die Knie gehen und nach dem Ding tasten. Nach jahrelanger Selbstkontrolle kann ich mit Stolz behaupten das mich solche Kleinigkeiten nicht mehr aus der Ruhe bringen. Mit den Rückschlägen nehme ich es auch noch auf.
Keine Sorge, ich denke mit wirklich perfekten Menschen werden wir es wohl nie zu tun bekommen. Es ist ein Ideal, hinter dem wir herlaufen. Wer will schon überraschend aufgetauchte Gäste in eine unaufgeräumte Wohnung bitten? Ist es das schlechte Gewissen? Ist es uns peinlich? Oder ist es doch der klitzekleine Perfektionist in uns? Ich gebe dir recht, wir sollten uns nicht mit anderen Menschen messen, denn dann leben wir nicht unser eigenes Leben, sondern sind Kopien anderer.
Auch für dich und deine Familie frohe und gemütliche Weihnachten.